Freitragende Treppen sind Treppen mit einem Auflager oben und unten, währenddessen die Aufhängung seitlich nicht erfolgt. Der Vorteil einer solchen Treppe ist, dass man bei der Wahl des Geländers frei ist.
Es ist überhaupt nicht notwendig, technisch gesehen, ein Geländer zu haben, da statisch die Last von der oberen Ebene und der unteren Ebene aufgefangen wird. Auch zweiläufige Treppen mit Podest fallen unter diese Kategorie von Treppen, wenn das Podest keine Stützung hat.
Faltwerktreppen – kompromisslos einfach im Design
Falttreppen sind ästhetisch sehr schöne Treppen. Sie sind verwandt mit der Minimal Art. Hierbei ist die Treppe, also Trittstufen und Setzstufen, meist aus einem Material konzipiert.
Falttreppen funktionieren so, als ob man ein Blatt Papier in kleinen horizontalen Abschnitten ständig hin- und her-falten würde. Endesletzt erhält man ein Falt-werk. Von der Seite sieht es aus wie eine Zick-Zack-Linie.
Der Vorteil dieser Treppenart ist, dass sie relativ stabil sind und auch ein großes Sicherheitsgefühl beim Gehen implizieren. Man fühlt sich sicher, da die Setzstufen aus dem gleichen Material wie die Trittstufen sind, und man nicht durch die Treppe durchsehen kann. Es suggeriert einen festen Boden unter den Füßen.
Faltwerktreppen sind überwiegend aus Riffelblech, können aber auch aus Stahlbeton oder Holz gefertigt werden. Das Riffelblech wird tatsächlich gefaltet. Der Stahlbeton wird in eine entsprechende Form gegessen. Beim Holz findet keine Faltung statt, sondern die Holzteile werden miteinander verleimt. Holzfaltwerktreppen sehen nur so aus, als wären sie gefaltet.
Bolzentreppen: der Kompromiss
Bei einer Bolzentreppe sind die Treppenstufen untereinander mit Tragbolzen verbunden. Setzstufen sind in diesem Fall keine vorhanden. Die Bolzentreppe erscheint transparent und durchlässig.
Treppenstufen, die aus der Wand hinausstehen

In den letzten Jahren sind Treppensysteme immer beliebter geworden, die die Trittsstufen von einer Wand in den Raum hinausragen lassen. Die Treppe erscheint, als würde sie aus der Wand herauswachsen.
Manche bezeichnen auch solche Konstruktionen als freitragend, obwohl sie die Lasten punktuell horizontal in die Wand, und nicht in die obere Ebene und untere Ebene abführen. Die Bezeichnung stammt vermutlich vom ästhetischen Gesichtspunkt aus. Die Treppen sehen aus, als ob sie frei schweben würden, was mit "Freitragen" assoziiert wird.
Eine außergewöhnliche Lösung

Freitragende Treppen können gradlinige Treppen sein, aber auch mit Podest um die Ecke gehen. Sogar Wendeltreppen und geschwungene Treppen können frei tragende Treppen sein. Die Form der Treppe ist also nicht entscheidend. Entscheidend ist lediglich die Aufhängung und Lastabtragung.
Sie werden vor allem eingesetzt, wenn man die Treppe inszenieren möchte. Also wenn die Treppe als ein besonderes Element im Raum zur Wirkung kommen soll. In der Tat findet man unter den frei tragenden Treppen auch die schönsten aller Treppen. Hier trifft sich Fantasie mit ästhetischem Anspruch. Eine außergewöhnliche Lösung ist das Ergebnis.